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Fokus Biologische Vielfalt

von der Naturerfahrung zur politischen Bildung

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Bildungskonzept

Im Projekt „Fokus Biologische Vielfalt – von der Naturerfahrung zur politischen Bildung“ werden Bildungsmaterialen für Kinder von 8-11 und Jugendliche von 14-16 Jahren in Schule und Umweltbildung erstellt. In verschiedenen Aktionen lernen die Kinder und Jugendlichen entlang konkreter Problemstellungen am Beispiel von zehn Schlüsselarten die Verflechtung der Dimensionen von Nachhaltigkeit kennen. Sie nehmen die Perspektive der Schlüsselarten ein und entdecken ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Argumentationsweisen und setzen sich mit den Herausforderungen, die das Berücksichtigen aller Dimensionen der Nachhaltigkeit mit sich bringt, auseinander. Die Schlüsselarten sind typische Vertreter ihres Lebensraumes, stehen teilweise in besonderer Verantwortung Deutschlands und bieten Anknüpfungsmöglichkeiten zu spannenden Themen: Europäischer Biber, Rotfuchs, Rotmilan, Grünspecht, Ameisenbläulinge, Feuersalamander, Europäischer Laubfrosch, Stieleiche, Wildrose, Feldklee. In den Materialien für Kinder spielen die Schlüsselarten die Hauptrolle, um über das Interesse an einer Art den Einstieg in das Thema zu erleichtern. In den Materialien für Jugendliche sind sie in konkreten Beispielen zu den Schlüsselthemen Wirtschaft, Landwirtschaft, Konsum, Raumplanung und Energie wiederzufinden.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Mit den Inhalten der Bildungsmaterialien im Projekt „Fokus Biologische Vielfalt – von der Naturerfahrung zur politischen Bildung“ richten wir uns nach dem Bildungskonzept der Gestaltungskompetenz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Über direkte intensive Naturerfahrungen soll mit Hilfe dieser Materialien die Bindung von Kindern an die Natur gefördert werden. Am Beispiel der zehn Schlüsselarten werden grundlegende Zusammenhänge zum Schutz der Biodiversität und ihre Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung vermittelt. Sie bieten Anknüpfungspunkte zu alltagsnahen Themen, die Kindern den Bezug erleichtern und zum aktiven Schutz motivieren. Damit wird ein Bogen von der Naturerfahrung hin zu politischem Handeln gespannt. Hier setzt Bildung für nachhaltige Entwicklung an. Durch die Vermittlung von Sachwissen und kommunikativen, sozialen und methodischen Kompetenzen befähigt sie dazu, aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung mitzuwirken. In diesem Sinne wurden bei der Konzeption des Materials methodische Zugänge gewählt, die nicht nur darauf abzielen, Wissen zu vermitteln, sondern auch Einstellungen, Werthaltungen und Handlungsmöglichkeiten gezielt thematisieren. Zentrales Element ist hierbei die Förderung von vernetztem Denken, das ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte umfasst. Das Material ermöglicht dabei den jungen Menschen, selbst entdeckend zu lernen und ihre Erfahrungen zu reflektieren. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert durch Prof. Dr. Armin Lude und Prof. Dr. Bernd Overwien.

Beispielhafte Inhalte und Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz:

Das Projektmaterial lädt junge Menschen dazu ein, ihr (Handlungs-)Umfeld aus Sicht der Schlüsselarten wahrzunehmen – sie werden angeregt, weltoffen neue Perspektiven integrierend Wissen aufzubauen und Empathie für andere zeigen zu können. Zum Beispiel werden Kinder dazu angeregt, ihre Welt aus den Augen des Kulturfolgers Rotfuchs zu betrachten: Wo leben Füchse? Wo kreuzen sich meine Wege mit denen eines Fuchses? Wo in meiner Umgebung würde ich als Fuchs den Tag verschlafen? Wäre ich lieber Stadtfuchs oder Landfuchs? Fühlen Füchse und ich uns an den gleichen Orten wohl – wenn ja, warum? Was sollte sich ändern, damit Füchse/Kinder sich in unserem Ort wohler fühlen?

Im Projekt wird das Thema biologische Vielfalt nicht „nur“ naturschutzfachlich bzw. umweltbildnerisch behandelt; seine politische Dimension spielt eine große Rolle. Kinder und Jugendliche, die MultiplikatorInnen und nicht zuletzt das Projektteam im Laufe des Entstehungsprozesses der Materialien sind aufgefordert, interdisziplinär Erkenntnisse zu gewinnen und zu handeln. Das Schlüsselthema Energie behandelt zum Beispiel die Kontroverse zwischen Naturschutz/Artenschutz und dem Bau von Windparks. Die in Deutschland häufig vorkommende Schlüsselart Rotmilan ist besonders von Vogelschlag an Windrädern betroffen und bietet so ein Fallbeispiel für einen konkreten Konflikt: Was ist wichtiger – das Voranbringen der erneuerbaren Energien oder der flächendeckende Artenschutz?

Die Angebote in den Projektmaterialien sind niedrigschwellig und sollen den Schritt erleichtern, selbstständig aktiv zu werden und andere Akteure ins Boot zu holen: die jungen  Menschen werden angeregt, selbstständig zu planen und zu handeln, gemeinsam mit anderen zu planen und zu handeln und sich und andere zu motivieren, aktiv zu werden. Kinder können beispielsweise Grünspechten auf einfache Weise helfen, indem sie lernen gute „Spechtbäume“ zu erkennen und kreativ auf diese aufmerksam zu machen.

Die Projektinhalte greifen Konfliktthemen auf und betrachten sie kontrovers, ohne Stereotypen zu bemühen. Die jungen Menschen sind aufgefordert, sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne die Ansprüche und Forderungen anderer aus den Augen zu verlieren – damit sie lernen, ihre eigenen Leitbilder und die anderer zu reflektieren. Zum Beispiel sind Biber in Deutschland wieder auf dem Vormarsch – wo sich ein Biber niederlässt, können verschiedenste Interessensgruppen mit berechtigten Argumenten für oder wider den Biber aufeinander stoßen. Welche Möglichkeiten haben die AkteurInnen, für ihre Interessen einzutreten? Wie kann eine Lösung gefunden werden, mit denen alle Parteien (und auch der Biber) zufrieden sind?