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Wildrose (Illustration: Jan Bintakies)

Die Wildrose

Dornröschen oder Kratzbürste?

Wie alle Rosen vereint die Wildrose Freud und Leid: Ihre schönen, zart duftenden Blüten laden ein, näherzukommen. Schnell steckt dann ein Dorn im Finger, die Wunde ist schmerzhaft und kann sich leicht entzünden.

Foto: Michaela Steininger

Foto: Michaela Steininger

Systematik

Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Art: Hundsrose (Rosa canina)

Aussehen: Fünf meist leicht rosa gefärbte Kronblätter kennzeichnen die Blüten, die die Sträucher der Wildrose verzieren. Ihre langen, oft sehr hoch gewachsenen Äste sind mit sichelförmigen Stacheln versehen, an denen gefiederte Laubblätter wachsen. Der Blütenboden verwandelt sich im Herbst in die Früchte der Wildrose, die Hagebutte. Die längliche, rot leuchtende Hagebutte ist eine Sammelfrucht.

Lebensweise: Die Wildrose bevorzugt direkte Sonneneinstrahlung, kann jedoch auch im Halbschatten gut gedeihen.Sie ist ein beliebtes Anflugsziel der Bienen. Außerdem stellt sie eine Nahrungsquelle für viele Vogel- und Insektenarten dar, die wiederum zu ihrer Verbreitung beitragen.

Fast in ganz Europa sowie in Nordamerika, Asien und Afrika ist die Wildrose an lichten Waldrändern, mageren Sand- und Kalkböden und an Hohlwegen vorzufinden.

Bedrohung und Schutz: Die Wildrose ist sehr weit verbreitet, deshalb wird sie als ungefährdet eingestuft. In Norddeutschland wird sie jedoch von der Kartoffelrose (Rosa rugosa) verdrängt, da diese einen sehr starken Wuchs hat und sich schnell verbreitet.

Besonderheiten: Die Früchte der Wildrose können zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Aus den Hagebutten wird Tee, Wein, Öl und Marmelade hergestellt. Der Vitamin C-Gehalt der Hagebutte ist fünfmal so hoch wie der einer Zitrone, und sie enthält zusätzlich noch andere Vitamine. Schon im Mittelalter wurde die Wildrose als wichtige Heilpflanze angesehen und als Vorsorge gegen Infektionen und bei Erkältungen eingesetzt. Daher kommt vielleicht ihr Name: Die Wildrose wird auch Hundsrose genannt. Im Mittelalter wurde angeblich der Biss von tollwütigen Hunden mit dem Saft der Wurzel der Rose behandelt. Die Herkunft des Namens ist aber nicht eindeutig. Der lateinische Name „canina“ soll auf „hundsgemein“ zurückzuführen sein, was jedoch nichts mit Hunden zu tun hat, sondern auf die weite Verbreitung der Pflanze hinweist.