Warning: array_merge(): Argument #2 is not an array in /usr/www/users/qordpz/fokus-biologische-vielfalt.de/wp-includes/widgets.php on line 541 Die Stieleiche - Fokus Biologische Vielfalt Die Stieleiche - Fokus Biologische Vielfalt

Fokus Biologische Vielfalt

von der Naturerfahrung zur politischen Bildung

Stieleiche (Illustration: Jan Bintakies)

Die Stieleiche

Kaffee oder Tee?

Gemahlene Eicheln dienten früher als Mehl oder sogar Kaffee-Ersatz. Die Rinde der Stieleiche wurde als Heilmittel verwendet, z. B. gegen Blutungen und Entzündungen.

Foto: Friedenseiche Hombressen © dieter76 / Fotolia.de

Foto: Friedenseiche Hombressen
© dieter76 / Fotolia.de

Systematik

Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Buchengewächse (Fagaceace)
Art: Stieleiche (Quercus romur)

Aussehen: Eine Höhe von 40 Metern und einen Stammdurchmesser von 3 Metern kann die Stieleiche erreichen. Ihre ledrigen, ca. 10 -15 cm großen Blätter haben Einbuchtungen, die meist regelmäßig verlaufen. Das Aussehen der Rinde des Baumes ist vom Alter abhängig. Als junger Baum ist diese glatt und von einem grau-grünen Farbton, im Alter aber wird sie zu einer dicken, braunen, fast schwärzlichen Borke mit tiefen Rissen. Die zapfenartigen, gelblichen Blüten sind von April bis Mai zu entdecken. Ab September werden die Eicheln reif. Sie hängen an langen Stielen, woher die Stieleiche ihren Namen erhielt.

Lebensweise: Eichen, besonders die alten Exemplare, bieten unzähligen Tierarten Nahrung (Eichelhäher, Eichhörnchen, Wildschweine) und Lebensraum (Hirschkäfer, Waldkauz, Fledermäuse). Die Stieleiche ist in fast ganz Europa verbreitet – nur in wenigen Gegenden wie Sizilien oder Südgriechenland kommt sie nicht vor. Die weite Verbreitung liegt an der hohen Anpassungsfähigkeit des Baumes und der Standfestigkeit durch die starken, tiefreichenden Wurzeln. Dabei bevorzugt die Stieleiche lehm- oder tonartige, sehr nährstoffreiche Böden. Sie ist ein Baum der Auwälder und anderer feuchter Böden.

Bedrohung und Schutz: Durch Schädlinge und Krankheiten, wie z.B. Blattflecken oder den Eichenprozessionsspinner, können Stieleichen geschädigt werden. Eine Kombination aus ungünstigen Bodenverhältnissen, Schädlingsbefall (Pilze, Insekten) und anderen genetischen und Standortfaktoren führt zum europaweit verbreiteten sogenannten „Eichensterben“. Eine häufig auftretende Erscheinung ist der Pilzbefall „Mehltau“, der die Blätter des Baumes mit einem weißen Belag bedeckt. Nach dem Pilzbefall trocknen die Blätter und sterben ab.

Besonderheiten: Die Stieleiche kann ausgesprochen alt werden. Manche Bäume werden auf über tausend Jahre alt geschätzt. Eine besonders alte Stieleiche ist die „Grabeiche“ in Thüringen, die ca. 800 Jahre alt ist. Das Holz der Stieleiche ist sehr robust und hart und deswegen gut geeignet für die Herstellung von Möbeln, Fässern oder zum Schiffbau.