Fokus Biologische Vielfalt

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Laubfrosch (Illustration: Jan Bintakies)

Der europäische Laubfrosch

Schreihals oder Superstar?

Wenn der Laubfrosch im Frühling um ein Weibchen wirbt, kann sein „äpp-äpp-äpp“ eine Lautstärke von 90 Dezibel erreichen – das ist fast so laut wie ein Presslufthammer.

Foto: Herbert Piel / P!ELmedia

Foto: Herbert Piel / P!ELmedia

 Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Art: Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

Aussehen: Er kann bis zu 50 mm groß werden und ist an seiner meist hellgrünen Hautfarbe leicht erkennbar. Je nach Temperatur kann diese dunkle, graue oder auch gelbliche Flecken aufweisen. Auffällig ist der dunkle Flankenstreifen, der sich von den Nasenlöchern bis zu seinen Hinterbeinen entlang zieht. Dank der Haftscheiben an den Zehenspitzen ist er ein geschickter Kletterer. Seine Hinterfüße sind zusätzlich mit Schwimmhäuten versehen, sodass er sich auch im Wasser rasch fortbewegen kann.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich anhand der Farbe der Kehlregion: Bei den Männchen ist sie gelb bis bräunlich, bei den Weibchen hingegen glatter, heller und grüner gefärbt. Die Männchen zeigen während ihrer Balzrufe ihre große Schallblase.

Nahrung: Kaulquappen ernähren sich meist von Algen, Einzellern und zerfallenden Blättern. Nach der Metamorphose zum Frosch verspeist dieser kleine Flug- und Laufinsekten wie Käfer oder Hautflügler und Spinnen, die er mit seiner langen, klebrigen Zunge fängt. Seine besonderen Kletterfähigkeiten sind ihm bei der Nahrungssuche ein großer Vorteil.

Lebensweise: Er bevorzugt Saumbiotope, wie Waldränder oder Hecken, in dessen Nähe sich ein Tümpel oder eine Feuchtwiese befindet. Das Gewässer sollte eine vielfältige Unterwasservegetation aufweisen und der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Laubfrösche sonnen sich gerne gut getarnt im Blattwerk ufernaher Pflanzen. Die Metamorphose der Kaulquappen ist nach maximal 80 Tagen beendet. Je wärmer die Wassertemperatur ist, desto schneller geht die Entwicklung. Die Jungfrösche sind anfangs nur 12- 21 mm groß.

Bedrohung und Schutz: Laubfrösche reagieren sehr empfindlich auf schon kleine Veränderungen ihres Lebensraums. Die Hauptbedrohung stellt folglich der Lebensraumschwund dar: Straßenbau, Eutrophierung (Anreicherung von Pflanzennährstoffen in Gewässern) und Fischbesatz der Laichgewässer (die Kaulquappen der Laubfrösche werden von den Fischen gefressen). In Deutschland ist der Laubfrosch auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft, in Europa sind seine Vorkommen bisher weitgehend stabil, sodass er auf dieser Ebene als ungefährdet gelistet ist. Sowohl in Deutschland als auch europaweit ist er jedoch streng geschützt.

Es ist wichtig, Lebensräume und flache Laichgewässer mit genügend Versteckmöglichkeiten für den Laubfrosch zu erhalten oder auch zu schaffen. Die Fischpopulationen in Laichgewässern werden kontrolliert und die umstehenden Pflanzen regelmäßig zurückgeschnitten, sodass eine ausreichende Bestrahlung mit Sonnenlicht gesichert ist. Überall in Mitteleuropa sind Laubfrösche Sympathieträger bei der Instandsetzung oder Erschaffung von Stillgewässern, wovon nicht nur sie, sondern auch weniger öffentlichkeitswirksame Arten profitieren.