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Feuersalamander (Illustration: Jan Bintakies)

Der Feuersalamander

Brandstifter oder Feuerlöscher?

Feuersalamander wurden im Mittelalter in brennende Häuser und Feuerstellen geworfen. Die Menschen dachten, dass der Salamander mit seinem (auf der Haut) brennenden Drüsensekret, welches er gegen Fressfeinde einsetzt, das Feuer löschen würde.

Foto: Feuersalamander © marcohoffmann / Fotolia.de

Foto: Feuersalamander © marcohoffmann / Fotolia.de

Systematik

Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Familie: Echte Salamander (Salamandridae)
Art: Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Aussehen: Der Feuersalamander erreicht eine Größe von bis zu 20 cm und ein Gewicht von 40 g. Sein Erkennungsmerkmal ist seine gelb-schwarze, glatte Haut. Die charakteristischen gelben Flecken können farblich bis zu orange variieren und in Form von Streifen auftauchen. Die auffällige Hautfarbe dient dem Salamander als Schutz: Sie zeigt seinen Fressfeinden an, dass er giftig ist.

Nahrung: Die aquatischen Larven ernähren sich von Insektenlarven und manchmal auch von Kaulquappen. Später gehören größere wirbellose Organismen, wie Kellerasseln, Schnecken und Regenwürmer, auf den Speiseplan des erwachsenen Feuersalamanders, ebenso wie kleine Spinnen und Insekten. Er frisst gewissermaßen alle Tiere, die er von der Körpergröße her noch verschlingen kann. Manchmal sind diese sogar größer als sein eigener Kopf.

Lebensweise: Im Frühjahr gebären Feuersalamander in Gewässern ihre Larven, die im Wasser aufwachsen und erst nach einer Metamorphose zum erwachsenen Tier an Land gehen. Es gibt Ausnahmen, in denen die Larven sich bereits im Körper des Weibchens entwickeln und dann als Jungsalamander geboren werden, die sofort auf dem Land lebensfähig sind.

Randbereiche von feuchten Laub- und Mischwälder in Gewässernähe bilden eine optimale Lebensgrundlage, da der Feuersalamander dort viele bodenfeuchte Unterschlupfmöglichkeiten und ein hohes Nahrungsangebot vorfindet.

Bedrohung und Schutz: Laut Bundesnaturschutzgesetz ist der Feuersalamander besonders geschützt; auf der Roten Liste ist er als ungefährdet eingestuft. Autoverkehr ist eine der Hauptgefahren für das langsame Tier. Zudem gehen durch Verbauung und Begradigung von Fließgewässern die Laichplätze verloren. Durch die Anlage von Nadelbaum-Monokulturen sind seine Lebensräume vielerorts sehr klein geworden oder ganz verschwunden.

Amphibiendurchlässe ermöglichen ihm eine gefahrenfreie Unterquerung von Straßen. Die Umstellung von Nadelbaum-Monokulturen auf artenreiche Mischwälder verhilft dem Feuersalamander mancherorts zu einem vermehrten Auftreten.

Besonderheiten: Über seine Ohrendrüsen kann der Salamander ein weißliches, giftiges Sekret verspritzen, sobald er sich von Feinden bedroht fühlt. Dabei schafft er es, bis zu einem Meter zu überbrücken. Das Sekret verursacht bei erwachsenen Menschen nur ein leichtes Brennen, kann jedoch bei kleineren Kindern zu Übelkeit und Erbrechen führen. Hunde und Katzen allerdings können durch die giftige Wirkung sogar eine Maulsperre oder Genickstarre erleiden.